Versuchskanichen im Cyberspace
C.J. Cherryh: Höllenfeuer
"Höllenfeuer" ist die eigenständige Fortsetzung von "Schwerkraftzeit" ("Heavy Time") und spielt in C. J. Cherryhs Allianz-Union-Universum in der Nähe der Erde.
Handlung
Die aus "Schwerkraftzeit" bekannten Kollegen Pollard and Dekker haben sich der Kriegsflotte in deren fortgesetztem wirtschaftlichen Kampf gegen die politischen Gruppierungen der Earth Company angeschlossen. In einem politischen Komplott werden die beiden als Versuchskaninchen bei einem Entwicklungsprogramm mißbraucht. Dabei werden die Jägerschiffe, die von den großen Schlachtschiffen aus operieren, zu Höchstgeschwindigkeiten hochgezüchtet. Dekker ist der beste Pilot, der den Superabfangjäger "Höllenfeuer" fliegen kann, z.B. mit Hilfe eines Programms für virtuelle Realität. Er hat keine Ahnung, daß man ein Spiel mit ihm treibt, daß man nur eine Aufzeichung seiner Reaktionen haben will, um sie für andere Piloten als Simulation zu verwenden. Er ahnt auch nicht, daß die Gegner des Höllenfeuer-Projekts selbst vor Mord nicht zurückschrecken.
Während Dekkers Ausbildung auf einer Raumstation im Erdorbit stößt sein Kollege Pollard auf eine tiefgreifende Verschwörung, die Militärs, Politiker und Company-Leute, die "Höllenfeuer" designen, umfaßt. Es stellt sich heraus, daß "Höllenfeuer" die neue Waffe im Kampf die - bislang geheimgehaltenen - Aliens ist. Dekker & Co. können ihren Kopf nur aus der Schlinge (des Komplotts) ziehen, indem sie Höllenfeuer selbst einsetzen...
Fazit
Die Charaktere sind glaubwürdig in einer spannenden Handlung gezeichnet, mit zahlreichen Wortgefechten - die vielleicht nicht jedem zusagen. Aber auch SF-Hardware-Fans kommen auf ihre Kosten: Cherryh ist sehr wohl in der Lage, raumschiffe und Waffensysteme authentisch zu präsentieren. Noch mehr als anderswo bietet Cherryh einen subtilen, etwas schrägen Humor auf, um ihre Aussage an den Leser zu bringen.
Für Leser des Union-Allianz-Zyklus von Cherryh ist es interessant, hier herauszufinden, wo die Anfänge der Mazianni-Space Marines lagen - sie tauchen dann in den Romanen "Yeager" ("Rimrunners"), "Tripoint" und "Finity's End" wieder auf.
Michael Matzer © 2000ff
Info: Hellburner, 1992; Heyne 1993, Nr. 06/5062, München; 509 Seiten, DM 16,90, aus dem US-Englischen übertragen von Rosemarie Hundertmarck, ISBN 3-453-07228-6.
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