Jonathan Gates (Hg.): Die 20 besten SF-Stories

 

Hochkarätige, preisgekrönte SF-Erzählungen

 

Schon mal etwas von einem SF-Autoren namens Cliff Burns gehört? Nein? Ich auch nicht. Trotzdem wurde ihm die Ehre gewährt, diese Anthologie mit den “20 besten SF-Stories” zu eröffnen. Storytitel: “Kifferwahn”. Vielleicht sollte dies als Motto der Sammlung dienen? Oder als Entschuldigung für die manchmal gewagten Inhalte der vorgestellten Stories? Jedem Herausgeber sein Feigenblatt.

 

14 der Stories haben einen oder gar beide der begehrtesten SF-Preise gewonnen: Hugo und Nebula Award.

 

Die Erzählungen

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1) Cliff Burns: Kifferwahn (New World Man, 1992)

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Thomas, 37, ist ein Investmentbroker in der nahen Zukunft, der einen miesen Tag wie einen schlechten Trip erlebt. Er beginnt mit den ersten grauen Haaren, setzt sich dem Mitfühlfernsehen fort und geht dann im Büro weiter, wo er sich mit künstlichen Menschen herumärgert. Etwas geht in den globalen Netzen vor sich, aber er ahnt nicht, was es sein könnte.

 

Erst bei seinem Marihuana-Dealer Marvin passiert es dann. Im Mitfühlfernsehen gibt es eine kleine Revolution, als Donna Tyler, die ansonsten so sanfte Mutter des 14-jährigen Helden Harold, ihm eine Tracht Prügel verabreicht. 600 Millionen Mitfühlzuschauer, darunter Toms eigene Kids, werden traumatisiert sein. Auch Marvin, wiewohl zugedröhnt, ist von den Socken.

 

Zuhause hat sich einiges verändert, findet Tom heraus. In seinem Garten steht eine bewaffnete Kinderwache, bei der er sich ausweisen muss. Die Alarmanlage seines Hauses wurde aufgerüstet. Seine Kids sind traumatisiert, und wo ist eigentlich seine Frau Karen abgeblieben? Als er an ihrer Schlafzimmertür laut klopft und ihren Namen ruft, antwortet ihm lediglich unheilvolles Schweigen…

 

Mein Eindruck

 

Erst dachte, dies wäre eine ganz normale „Ein Tag im Leben des X“-Story, wobei mehr auf oberflächliche Reize wie schmutzige Sprache und abgefahrene Phänome Wert gelegt wird. Doch in der Szene bei Marvin ändert sich etwas in der Welt von Thomas und Marvin. Was genau dahinter stecken könnte, erfahren wir nicht, aber wenn 600 Mio. Mitfühlzuschauer von Harolds Mutter abgewatscht werden, kommt dir einer massiven psychologischen Vergewaltigung gleich. Ob wohl die Regierung dahintersteckt? Aber welche?

 

Das Ambiente für Toms Leben kommt uns heute nicht mehr satirisch, sondern prophetisch vor. Hochsicherheitsanlagen in und vor jedem Haus in der Vorstadt, künstliche Intelligenzen im Büro und zu Hause (Mike die Kaffemaschine versucht Tom ein guter Kumpel zu sein, doch er ist zu paranoid, um ihr zu trauen). Paranoia herrscht überall, und schon bald dürfte es zu einem Zusammenbruch kommen, ahnt Tom, was dann ja auch passiert.

 

Dadurch wird die Erzählung aber noch nicht zu einer guten Geschichte – ihr fehlt einfach jede Art von Handlung. Es gibt keinen Konflikt, keine Auflösung desselben, und die Hauptfigur ist stets nur passiv statt aktiv. Das ist ziemlich unbefriedigend.

 

 

2) Harlan Ellison: Bereue Harlekin!, sagte der Ticktackmann (Hugo 1966und Nebula 1965)

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In einer Stadt, die dem absoluten Diktat der Uhr gehorcht, ist der Meister-Zeitvermesser, der Ticktackmann, der König. Er hat sogar Macht über Leben und Tod, denn wenn jemand zu spät kommt, bekommt derjenige Lebenszeit abgezogen, die in seiner Personalakte vermerkt wird. Jeder trägt eine Herzplatte, die der Ticktackmann zum „Abschalten“ des Betreffenden, der sein Zeitkonto überzogen hat, benutzen kann. Was nicht selten geschieht.

 

Nun tritt der Harlekin auf, der überhaupt nicht in den Akten verzeichnet ist. Durch seine Auftritte streut er Sand ins zeitliche Getriebe, so dass Zeitkontoverschiebungen entstehen. Wer ist dieser Kerl ohne Zeitgefühl? Und was soll man mit ihm tun, wenn man ihn erwischt?

 

Mein Eindruck

 

Der Geschichte ist ein Zitat aus dem berühmten Essay „Über zivilen Ungehorsam“ des amerikanischen Philosophen und Schriftstellers Henry David Thoreau („Walden“) aus dem 19. Jahrhundert vorangestellt. Demzufolge bilden Menschen, die ihrem Gewissen folgen, die Feinde der auf Zweckdienlichkeit und Immoralität ausgerichteten Gesellschaft. Das leuchtet ein. Der Essay ist auch allen Kriegsdienstverweigerern geläufig (sollte er zumindest sein).

 

Die Story wirkt trotz diesen hohen Anspruchs durch die Bezeichnungen wie ein Comic, etwa aus der BATMAN-Welt. Darin entspräche der Harlekin dem JOKER und der Ticktackmann wäre der Oberbürgermeister, jedenfalls ein Bürokrat. Seltsam ist jedoch die Unerklärtheit der Figur des Harlekin. Wir erfahren seinen Namen und den seiner Freundin, Alice, aber sonst nichts, außer über seine Aktionen.

 

Der „Harlekin“ weist als Aberration eine Zeitlosigkeit auf, die ihn zu einem nicht funktionierenden Rädchen und somit zu Sand im Getriebe des Ablaufs der Dinge macht. In einem Comic braucht er keine Geschichte zu haben, aber in einer ernstzunehmenden Verfilmung schon. Diese ist bis heute nicht erfolgt….

 

3) Philip K. Dick: Die totale Erinnerung

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Die Handlung verläuft ein wenig anders als in der von Paul Verhoeven inszenierten Action-Brutalo-Oper "Total Recall" mit Arnold Schwarzenegger als Douglas Quail. Quail wünschte sich in der reglementierten Realität der Erde schon immer, einen aufregenden Job zu haben, zum Beispiel auf dem Mars. Seine bodenständige Frau Kirsten spottet ihn aus. Und so geht Dougie zur Memoria GmbH (von „memory“: Erinnerung). Dort erhebt sich die Frage: Verfügt Douglas Quail über vom Militärgeheimdienst implantierte Erinnerungen, ein Agent auf dem Mars zu sein, oder ist er wirklich einer? In jedem Fall ist die Antwort sowohl interessant als auch verblüffend. Das Ersatzprogramm erweist sich als Desaster...

 

Die Story, die der Verfilmung „Total Recall“ als Inspiration diente, ist eine Extrapolation der Gehirnwäsche, die das Militär und dessen Geheimdienst an seinen Mitgliedern vornehmen könnte. (Nix Genaues weiß man nicht.) In die gleiche Kerbe schlug übrigens 1968 John Brunner mit seinem Mega-SF-Roman "Morgenwelt" ("Stand On Zanzibar"), in dem ein harmloser Knowledge Worker, Donald Hogan, vom Militär zu einem paranoiden Superkiller umgekrempelt wird.

 

Der Name der Agentur, die die Erinnerungsimplantate einpflanzt wechselt von Übersetzung zu Übersetzung: Mal ist es die Endsinn AG, dann die Rekal AG, hier ist es die Memoria GmbH. Ich finde den Namen eindeutig und deshalb gelungener als etwa Rekal (vom englischen „to recall“ = sich erinnern) oder das gezwungene Endsinn (von entsinnen).

 

4) John Varley: Der Pusher (Hugo 1982)

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Ian Haise ist ein Raumfahrer, der auf den Sternenschiff überlichtschnell zu anderen Welten Fracht fliegt. Eine Hin- und Rückfahrt mag sechs Monate dauern. Sein Problem entsteht durch die Teitdehnung, die Dilatation, die schon Einstein fand – vergehen für ihn sechs Monate, so verstreichen auf der Erde, seiner Heimat, 30 Jahre. Wie soll man dann noch einen Freund finden, geschweige denn wiedersehen?

 

Deshalb ist er zu einem Pusher geworden. Er mag sich auf den sich laufend verändernden Spielplätzen seiner Heimat an junge Mädchen heran, die noch naiv genug, aber schon abenteuerlustig genug sind, um sich seine abgefahrenen Märchen von fremden Galaxien und Wundern der Sterne anzuhören. So eine ist die elfjährige Radiant. Zum Abschied schenkt er ihr einen Stein, von dem er behauptet, es handle sich um die eingefangene Lebensessenz einer Prinzessin, die schon lange tot ist, doch ihr Prinz suche immer noch nach ihr. (Romantisch, nicht?) Radiant verspricht beim Abschied, immer auf den strahlend roten Stein aufzupassen und auf den suchenden Prinzen zu warten.

 

30 Jahre später – nach IHRER Zeitrechnung – kehrt Ian Haise zurück. Er weiß nicht, ob sie noch an denkt, den Pusher. Deshalb freut er sich, als sie ihn sofort mit DU anspricht…

 

Mein Eindruck

 

Diese wunderschön romantisch Erzählung stammt aus jener elegisch und träumerisch gestimmten Ära Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre, in der einige der schönsten Novellen der Phantastik entstanden, so etwa auch von George R.R. Martin. Auch diese Story ist romantisch, elegisch, gleichzeitig versteckt sich in ihr auch eine bittere Wahrheit. Die Zeitdilatation ist gnadenlos in ihrer Gesetzmäßigkeit. Sie ist der Preis, den die Sternenschiffe für ihre Geschwindigkeit jenseits des Lichts zahlen müssen: die Abkoppelung von der irdischen Zeitrechnung. Schon Stanislaw Lem schrieb mit „Die Astronauten“ 1960 einen guten Roman darüber.

 

Aber es gibt auch Hoffnung für Sternfahrer wie Ian Haise: Geschichte und Erinnerungen. Sie bilden ein Band von Emotionen, hauchzart und doch das Festeste, an das sich ein Sternfahrer klammern kann. Erstaunlich.

 

5) Arthur C. Clarke: Der Wachtposten (The Sentinel)

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Gesteinsforscher von der Erde erforschen das weite Mare Crisium auf dem Mond. Es muss vor 100 Mio. Jahren ein wirkliches Meer gewesen sein, doch von Leben finden sie keine Spur. Deshalb fällt Wilson, dem Ich-Erzähler, das Lichtsignal auf einem Kraterrand besonders auf. Garnett und die anderen hänseln ihn, aber er besteht darauf, sich die Sache näher anzusehen. Garnett kommt mit.

 

Auf dem Gipfels des rund 7000 Meter hohen Kraterrandes entdeckt Wilson erstaunt ein künstliches Objekt, eine schwarze Pyramide, die in einem schwarzes Kreis steht, der ungewöhnlicherweise nicht von dem allgegenwärtigen Staub bedeckt ist. Wilson ist zunächst erfreut, denn er hat einen Schimmer Hoffnung gefunden, nicht allein im kalten Universum zu sein. Als seine Nachfolger die Pyramide untersuchen und so zerstören, geht er davon aus, dass das Signal dieses Wächters verstummt. Seine Erbauer werden kommen, schon bald.

 

Mein Eindruck

 

Dies soll die Vorlage für „2001 – Odyssee im Weltraum“ sein? Die Story mutet naiv und unlogisch an. Das veraltete Märchen von den Meeren des Mondes wird wieder aufgewärmt, und ein Radiosignal wird überhaupt nicht registriert. Wieso kann der Autor dann von einem Wächter sprechen?

 

Naja, wie auch immer, mir gefiel das eine Zitat aus „Alice im Wunderland“: „Tut mir leid, ich bin auch neu hier.“ (I am a stranger here myself) Das sagt auch Ripley am Schluss von „Alien 4“, als sie erstmals die Erde erblickt.

 

6) Ursula LeGuin: Der Tag vor der Revolution (Nebula 1974)

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Die Revolution der Anarchisten dauert immer noch an, doch sie begann an einem Tag vor einem Vierteljahrhundert, als Odo Laia ihren Freund Taviri Asieo suchte, der gerade auf einem Platz gegen Steuern wetterte. 1400 Anhänger Taviris und Odos wurden damals eingesperrt und viele starben im Gefängnis. Doch heute ist Odo wieder frei, hat mit ihrem in der Zelle geschriebenen politischen Schriften die Revolution ausgelöst. Sie ist eine alte Frau von 72 Jahren und nach einem Schlaganfall behindert, aber immer noch aktiv.

 

Ihr Sekretär Noi schreibt jetzt die Briefe an die Rebellen in abtrünnigen Provinz des Staates Thu. Er und viele weitere Anhänger verehren Odo Laia für das, was sie erreicht hat. Aber sie bemitleidet sich ob dieses gebrechlichen Körpers, in dem sie sich nun eingesperrt vorkommt, und bricht zu einem Spaziergang auf die Straße auf. Sie kommt bald ins Schnaufen. Wer bin ich jetzt, fragt sie sich. Eine Anhängerin findet sie, bringt sie zurück. Im Haus, der ihrer Bewegung als Hauptquartier dient, freut man sich auf den Generalstreik: Morgen beginnt die Revolution! Doch ohne sie, entscheidet Odo müde…

 

Mein Eindruck

 

Die Autorin ist ein hochdekorierte Wissenschaftlerin, Tochter eines Anthropologen, und hat sich intensiv mit der Idee der Anarchie und den Theoretikern des Anarchismus beschäftigt. Daraus destillierte sie den bahnbrechenden Roman „Planet der Habenichtse“ und die vorliegende Erzählung.

 

Wenig passiert, doch etwas geht zu Ende und etwas anderes beginnt. Auch das ist notwendiger Teil einer Revolution. Odo erinnerte mich an Mahatma Gandhi, der ja auch den Prozess der Umwälzung in Gang setzte, erst in Südafrika, dann in Indien, das von den Briten beherrscht wurde. Als 1947 die Unabhängigkeit ausgerufen wurde, ging dieser Wandel fast spurlos an ihm vorüber, obwohl er ihn in Gang gesetzt hatte.

 

Die Story ist ein Porträt des Revolutionärs als alter Mensch, der dem Wandel unterworfen ist wie alles andere auch. Doch statt des Triumphes angesichts der bevorstehenden Erreichung des Ziels zieht sich der Revolutionär müde zurück: sollen andere die Staffette übernehmen.

 

7) Norman Spinrad: Karzinom Angels

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Harold Wintergreen ist von Kindesbeinen an erfolgreich, besonders weil er die anderen übervorteilen und auszutricksen vermag – ein echter Selfmademan. Nach den ersten 100 Mio.. Dollar wendet er sich der Wohltätigkeit zu und tut Gutes. So rottet er beispielsweise die Syphilis aus. (Damals war Aids nur ein Gerücht.) Doch mit 40 teilt ihm der Arzt mit: unheilbarer Krebs im Endstadium, nur noch ein Jahr zu leben.

 

Harold Wintergreen wäre nicht Harold Wintergreen, wenn er sich davon unterkriegen lassen würde. Er baut eine Zitadelle und lernt alles über den Krebs. Nichts hilft! Bleibt nur noch die spontane Remission. Sein megateurer Computer sagt ihm jedoch: Es gibt keine äußeren Einflüsse, die eine Spontanheilung fördern würden. Was tun?

 

Was, wenn es INNERE Einflüsse für Spontanheilung gäbe?

 

Mit Hilfe von diversen Drogen begibt sich Harold Wintergreen in einen einzigartigen Zustand. Die totale sensorische Deprivation beraubt ihn aller Sinneseindrücke, die psychedelischen Drogen lassen sein Bewusstsein halluzinieren, bis sich etwas Besonderes ereignet: Er kann seinen geist als Analogon in seinen Körper schicken. Dort stößt sein Bewustsein schon bald auf die Krebszellen, die in allen möglichen Analogien auftreten – erst als Motorradrocker, die sich Karzinom Angels nennen, dann als schwarze Drachen, Weltkrieg-1-Kampfflieger und schließlich sogar als fieses Krebsviech. In unterschiedlicher Gestalt stellt er sich ihnen entgegen….

 

Nach seinem Sieg über die Karzinome passiert ihm jedoch etwas Unvorhergesehenes..

 

Mein Eindruck

 

Mit großem Vergnügen lese ich diese flott und geradlinig erzählte Story immer wieder gerne, kann mich sogar noch erinnern, wie ich sie vor über zehn Jahren erstmals las. Sie ist so einprägsam, weil sie so schlicht ist, aber mit Einfallsreichtum, Unerschrockenheit und einem ironischen Schlenker als Pointe zu verblüffen weiß.

 

8) David Brin: Die Kristallhüllen (Hugo 1985)

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Der Erzähler ist ein Raumfahrer, der wieder aus dem Kälteschlaf geholt worden ist, in eine Welt, in der Jahrtausende vergangen sind. Tröstlich ist jedoch, dass auch seine Frau Alice wieder aufgetaut wurde. Die Solar-Regierung kümmert sich um ihre Spezialisten. Immerhin hat sie einen besonderen Auftrag für die Raumfahrer: Sie sollen zu einer neu entdeckten Welt fliegen, die ausnahmsweise über keine Kristallhülle verfügt.

 

Es ist etliche Jahrhunderte her, dass eines der ersten Kolonistenschiffe zu einer Gutwelt aufbrach und dabei jenseits der Oortschen Wolke, wo die Kometen herkommen, auf die Kristallhülle stieß, die unser Sonnensystem umschließt. Die „Seeker“ wurde bei diesem Ereignis zerstört, konnte aber eine Meldung absetzen – dann zerbarst die Kristallhülle und das Weltall stand der Menschheit offen. Leider aber auch den Kometen. Diese hagelten auf das innere Sonnensystem mit seinen besiedelten Welten ein, doch nach zwei Jahrhunderten war auch diese Gefahr beseitigt. Der Weg war frei. Nur, wo waren die Aliens und die anderen von Kristallhüllen umschlossenen Welten?

 

Unser Raumfahrer schätzt sich gesegnet, als er die neue Welt betrachtet, die keine Kristallwelt mehr hat. Nachdem etliche Erkundungen zurückgekehrt sind und sagen, dass diese Welt unglaublich erdähnlich sei, gilt es ein großes Rätsel zu lösen: Wo sind die intelligenten Bewohner, die auf ihrem Auswärtsflug die Kristallhülle zerstoßen haben?

 

Mein Eindruck

 

Dies ist kosmische Physik in ganz großem Maßstab, genau das Richtige für Brin, Benford und Bear, die drei in großen Dimensionen denkenden US-Autoren. Dennoch kann man sich auch als Nichtphysiker in die Story hineindenken, wenn man sich nur einmal die Frage stellt: Wo, zum Geier, stecken denn die Aliens? Sie hatten doch drei Milliarden Jahre lang Zeit, mal vorbeizuschauen, oder nicht? Keine Spur von den Kerlen!

 

Die Erfindung der Kristallhüllen erinnert an jenen mittelalterlichen Holzschnitt, auf dem ein Astronom den Kopf durch eine der himmlischen Sphären steckt und die Sterne in unverstellter Pracht erblickt. Brin jedoch weist den Kristallhüllen nicht nur eine Blockade-, sondern auch eine Schutzfunktion zu. Was, wenn es eine erste raumfahrende Alienrasse gegeben und sie sämtliche passenden Welten kolonisiert hätte? Wie hätte sich die Vielfalt jungen Lebens ohne Schutz entwickeln können?

 

Unser Raumfahrer, dem eine Tochter geboren wird, erkennt anhand der Geschichte des verschwundenen Volkes der neuen Welt, dass ihm und Seinesgleichen ein ungeheuer Geschenk gemacht worden ist. Oder vielmehr eine Leihgabe…

 

 

9) Robert Silverberg: Gute Nachrichten aus dem Vatikan (Nebula 1971)

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In Rom sitzen in einer Taverne ein Bischof, ein Rabbi und mehrere Touristen zusammen und diskutieren über die überfällige Wahl des neuen Papstes. Nachdem sich die Kardinäle des Konklaves nicht zwischen Kardinal Carciofo und Kardinal Asciuga haben entscheiden können, wird es immer wahrscheinlicher, dass sie die dritte Option wählen: einen Roboter.

 

Die heitere Runde in der Taverne diskutiert das Für und Wider eines Roboterpapstes sowie die möglichen Auswirkungen auf den römisch-katholischen Glauben. Es kommt sogar zum Streit, und etliche hämische Bemerkungen fallen. Doch der Erzähler bleibt gleichmütig, hat er doch in seinem langen Leben schon vieles erlebt.

 

Dann ist der große Moment gekommen. Weißer Rauch steigt auf: Habemus papam! Und wie soll er heißen: Sixtus VII. Dann rollt der in Papstgewänder gehüllte metallisch schimmernde Kasten vor, um sich der Menge vor St. Peter zu zeigen. Jubel steigt auf. Da ereignet sich das Wunder der ersten Amtshandlung des Papstes. Und es handelt sich keineswegs um einen Segen…

 

Mein Eindruck

 

Der Routinier Silverberg gewinnt dem Vorgang eine heiter-ironische Wendung ab und zeigt eine ganze Reihe kurioser Aspekte auf, an die man als Nichtkybernetiker erst mal nicht denkt. Es könnte beispielsweise eine kybernetische Ökumene geschaffen werden sowie ein umgeschriebener Katechismus. Der Clou ist natürlich die erste Amtshandlung des Papstes. Mehr soll nicht verraten werden. Aber der Nebula Award erscheint mir verdient.

 

10) Joe Haldeman: Das zweite Gesicht (Hugo 1995)

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Cletus ist ein 13-jähriges Genie, aber leider ist er ein Schwarzer: Kein weißes Mädchen an der Highschool in Virginia will mit ihm zu tun haben. Da lernt er Amy Linderbaum kennen, eine Weiße zwar, doch blind. Sie treffen und verlieben sich. Als sie Geige spielt, gehört sein ganzes Herz ihr, und als er mit ihrem Vater über Festplattenpartitionierung fachsimpelt, sind die Eltern von ihm hingerissen. Fortan arbeiten Amy und Cletus stets zusammen und heiraten schließlich.

 

Doch von Anfang hat sich Cletus eine Frage gestellt: Wieso wird nicht jeder Blinde ein Genie? Das Gehirn, von der Tyrannei des Sehsinns befreit, könnte Unmengen komplizierter Daten speichern und viel leistungsfähiger sein. Nun könnte man Cletus, sobald er Neurochirurg geworden ist, vorhalten, er habe seine Frau verraten, als er über einen Mittelsmann ihrem Vater anbot, Amy künstliche Augen einzusetzen, um ihr das Sehen zu ermöglichen. Doch bei der Operation wollte er eigentlich bloß ihre Augäpfel und ihren Sehnerv entfernen, um ihre freie Gehirnkapazität freizusetzen. Alles klappte hervorragend, auch wenn Amy ihn erst dafür hasste, dann für dieses Geschenk liebte.

 

Doch der dritte Schritt, der die Welt verändern soll, besteht darin, dass Cletus diese revolutionäre Operation auch an weiteren Menschen vornimmt, erst an zwei, dann 20, dann 200, schließlich an Tausenden. Und wer sich heute keiner Novavista-Operation unterzieht, hat viele schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. So wie Amys früherer Klavierlehrer, der diese Geschichte erzählt und bereits zum alten Eisen zählt.

 

Mein Eindruck

 

Eine feine, kleine Story über eine neurophysiologische Revolution, die zugleich eine soziologische und wirtschaftliche Revolution darstellt. Außerdem macht sie in typisch amerikanischer Weise Mut, die Rassenvorurteile und –schranken zu überwinden sowie (scheinbar) Behinderten wie Amy die Chance zu geben, die sie verdient haben. (In China etwa ist man damit erst ganz am Anfang.) Außerdem ist die Geschichte herzerwärmend und anrührend, selbst wenn sie dadurch ein wenig altmodisch wirkt.

 

11) Octavia Butler: Blutsbrut (Bloodchild, Hugo 1985, Nebula 1984)

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Auf einer Siedlerwelt herrschen die Tlic, drei Meter lange, intelligente Gliederfüße, die mit den menschlichen Siedlern sprechen können. Die Siedler sind entflohene schwarze Sklaven, die hier Freiheit erhofft haben. Sie bekommen, doch um einen Preis. Die Tlic pflanzen sich wie Schlupfwespen fort, indem sie in Wirtswesen ihre Eier ablegen. Die Larven schlüpfen im Wirt und fressen ihn von innen auf, bevor sie sich verpuppen und zu erwachsenen Tlic heranwachsen. Kein Wunder, dass die Tlic ganz scharf sind auf Menschen, die sie als Wirte benutzen können.

 

Gan ist ein Junge, der mit seiner Familie im Reservat lebt, das von T’Gatois geleitet wird. Sie beschützt sie gegen die Forderungen anderer Tlic, und Gans Familie sollte dankbar sein, auch für die Nahrung. T’Gatois ist die Wirtstochter von Gans Vater, der drei Generationen von Tlic als Wirt diente. Gans Bruder Qui hat jedoch einmal gesehen, wie ein Menschen von der Tlic-Brut aufgefessen wurde. Gan ist schockiert, als er davon hört. Kein Wunder ist Qui so gegen die Tlic eingestellt; er wollte sogar mal aus dem Reservat fliehen.

 

Gans Toleranz und Liebe zu T’Gatois wird auf eine schwere Probe gestellt, als ein Mensch namens Lomas vor dem Haus zusammenbricht. Es ist klar, was los ist. Eine Brut in seinem Leib macht ihn krank. T’Gatois erteilt Anweisungen, um ihm das Leben zu retten. Doch Gan wird auf eine harte Probe und vor eine schwere Entscheidungen fürs Leben gestellt.

 

Mein Eindruck

 

Diese Erzählung weist schon auf den Genhändler-Zyklus der Autorin voraus, in der menschliche Flüchtlinge von der Hand der Alien-Genhändler eine ungewöhnliche Art der Evolution erfahren. Auch in „Blutsbrut“ sind die Menschen in die Fortpflanzung der Aliens eingebunden. Es findet eine bemerkenswerte Art der Symbiose statt: Menschen stellen sich als Wirte zur Verfügung und erhalten dafür Nahrung und Schutz, um sich selbst auf eigene Weise fortzupflanzen.

 

Die Aspekte der Tlic-Fortpflanzung muten uns und Gan grausam an, als ultimative Vergewaltigung, doch Gan muss lernen, dass es ganz und gar nicht so ist, sondern ein Akt der Selbstaufopferung – ein Gefühl, wie es auch menschliche Mütter für ihre eigene „Brut“ empfinden. Die Autorin hat die zahlreichen Aspekte der menschlichen Fortpflanzung vielfach gewendet und unter anderem in ihrem „Patternmaster“-Zyklus verarbeitet (dt. bei Bastei-Lübbe).

 

 

12) Samuel R. Delany: Jawohl, und Gomorrha (Nebula 1967)

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Fünf “Raumer”, die im Sonnensystem auf Stationen als Techniker arbeiten, macht einen Urlaubstrip auf der guten alten Erde. Sie landen in Paris, Houston, schließlich in Istanbul. Sie suchen Action und Vergnügung. Und das bekommen sie am besten von Frelks, nach denen sie überall fragen. Frelks, so erfahren wir, sind Erdlinge, die auf Raumer stehen.

 

Sie finden diese Geschlechtslosen sexy, denn die Frelks weisen den Freifallverdrängungskomplex auf (daher die Abkürzung): Angst vor dem freien Fall. Für Frelks sind Raumer, die ja ständig im freien Fall und der Schwerelosigkeit arbeiten, die absoluten Stars und Helden. Kein Wunder, dass Frelks bereit sind, eine Menge Geld für eine Begegnung mit ihnen zu zahlen, je intimer, desto besser.

 

Unser Erzähler ist ein Raumer, der in Istanbul an eine Frelk gerät, die ihn aber nicht bezahlen kann. Und als er mit ihr zusammen ist, finden sie bei ihm nicht, was sie sich gewünscht hat. Zu schade. Aber seine Kollegen haben mehr Glück. Dann geht’s wieder zurück auf die Arbeit.

 

Mein Eindruck

 

1966 erschienen, muss diese kleine Story wie Pornografie gewirkt haben. Offenherzig wird wie bei Henry Miller über Erotik und käufliche Liebe gesprochen. Allerdings sind keine Geschlechtsorgane im Spiel, was die Sache relativ harmlos macht. Delanys überbordende Vorstellungskraft hat sich jedoch Raumer einfallen lassen, die schon als Kind geschlechtslos gemacht werden.

 

Den Raumern entsprechen Leute, die auf sie stehen – jedem Topf seinen Deckel. Der Ausdruck „Frelks“ soll absichtlich an „Freaks“, also Missgeburten, erinnern. So ganz hab ich nicht verstanden, was so einen Frelk im Innersten ausmacht, aber das ist auch nicht so wichtig, um die Story zu kapieren.

 

Der Erzählstil ist bei Delany immer sehr wichtig. Diesmal handelt es sich um einen fast gänzlich aus Dialogen bestehender Tagebuchausschnitt, ohne Anfang, ohne richtiges Ende – ein Schnappschuss, der von einer Subkultur gemacht wird. Nicht jeder Leser kommt damit klar, aber der Stil war wohl im Jahr 1966, als Bob Dylan auf dem Zenith seiner Popularität stand, nicht besonders ungewöhnlich.

 

13) Connie Willis: Sogar die Königin (Nebula 1992, Hugo 1993)

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Die Emanzipation der Frauen hat globalen Erfolg gehabt, das Matriarchat wurde überall eingeführt. Wie wurde dieser Siegeszug möglich? Durch das Medikament Ammenerol, das die Monatsblutung der Frauen verhindert. Weg sind die Stimmungsschwankungen durch Hormone, weg auch PMS und ungewollte Schwangerschaft, weg ist der Pillenstress und sogar die Unterbezahlung der Frau für die gleiche Arbeit. Und alles auf freiwilliger Basis, ermöglicht durch ein Implantat!

 

Deshalb trifft es die weibliche Sippe der Richterin Traci wie ein Donnerschlag, als sie erfährt, dass Tracis Tochter Perdita den Verfechterinnen der Monatsblutung beitreten will, den Zyklistinnen. In wenigen Stunden der gegenseitigen Vorwürfe wird ein Familientreffen organisiert, das in einem kuriosen Restaurant voller Blumen- und Gemüsebeete stattfindet. Endlich wird mal Tacheles geredet, und sogar Tracis Großmutter ist aus Bagdad angereist, wo sie eigentlich Verhandlungen mit Palästinensern führen sollte.

 

Doch statt der vorgeladenen Angeklagten, Perdita, erscheint ihre Dozentin, um sie in Abwesenheit zu verteidigen. Sogar die Königin hätte ihre Blutung gehabt, verteidigt Großmutter Karen die Zyklistinnen. Traci ist empört. Hinterher hagelt es dann wieder Vorwürfe: Traci hätte ihr, Perdita, sagen müssen, dass Menstruation eklig ist und wehtut. Stöhn! Es muss immer einen Sündenbock geben.

 

Mein Eindruck

 

Die Story besteht fast nur aus Dialogen, und die Autorin erklärt kaum etwas. Deshalb ist es dem Leser überlassen herauszufinden, was hier nicht stimmt. Die fünf Frauen, um die es geht, stellen fünf Generationen dar, die in einer völlig veränderten Welt leben. Diese sehen sie natürlich als etabliert an, aber nun wird sie durch die Zyklistinnen („nein, Großmutter, das ist KEIN Fahrrad-Club“) bedroht. Das wäre der Rückfall in die patriarchalische Welt vor der Emanzipation. Die Zyklistin sieht das genau umgekehrt. Sie wirft den Frauen Unterdrückung der Weiblichkeit und Wiederholung männlicher Repression und Ideologie vor. Also ironischerweise genau das Gleiche, was die Emanzen den Unemanzipierten vorwarfen!

 

14) C.J. Cherryh: Kassandra (Hugo 1979)

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Die „verrückte“ Alis geht hinaus auf die Straße ihrer Stadt. Sie sieht die Gespenster von verkohlten Leichen, brennenden und zusammengestürzten Häusern. Doch das kennt sie alles schon, denn sie hat diese Horrorbildern seit ihrer Kindheit gesehen, hat die Psychiatrie durchgemacht, sich darangewöhnt. Doch heute hat sie ihre Pillen, die diese Traumbilder vertreiben, nicht genommen, sie erträgt das Grauen gleichmütig und setzt sich in ihr Café an der Ecke. Die Zeitungen verkünden KRIEG – heute.

 

Da erlebt sie einen Schock. Ein junger Mann betritt das Café – der einzige materielle Mensch weit und breit. Sie läuft ihm nach. Nein, sie will kein Almosen, nur seine Gesellschaft. Man bedenke: ein echter, realer Mensch! Sie freunden sich an, gehen gut essen – da dröhnt die Sirene und der Zivilschutz: Alles in Bunker! Alle brechen in Panik auf. Nur sie allein weiß, wo es ein sicheres Versteck gibt, in einem tiefen Keller. Dann beginnen die Bomben zu fallen.

 

Am nächsten Morgen blickt sie in Jims Gesicht: Auch er ist zu einem Gespenst geworden! Sie fürchtet den Tag…

 

Mein Eindruck

 

Mit dieser eindringlichen Story katapultierte sich Caroline J. Cherryh Ende der siebziger Jahre auf die internationale Szene. Sie schreibt bis heute, u.a. solche preisgekrönten Bestseller wie „Pells Stern“ und „Cyteen“. Ihre Figurenzeichnung ist bis heute eindringlich geblieben, weil sie die Psychologie nicht den Ideen und der Action geopfert, wie es so mancher Kollege getan hat.

 

„Kassandra“ ist Horror-Geistergeschichte, Kriegswarnung und psychologische Phantastik in einem. Dennoch ist die Aussage der Geschichte für jede Art von Leser nachvollziehbar.

 

15) Greg Bear: Musik des Blutes (Hugo 1984, Nebula 1983)

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In einem kalifornischen Gentechnik-Forschungslabor injiziert sich Vergil Vlam eine Dosis mit neuartigen Biochips, intelligenten Mikroorganismen (sie ähneln stark Nanomaschinen - die hat Bear später in "Queen of Angels" erneut behandelt), die alsbald seine Körper von innen umbauen, optimieren. Zu spät bemerkt sein Arbeitgeber Vergils Tat; bevor man die "Viren" töten kann, ist schon die Kanalisation von Los Angeles infiziert. Menschen fallen reihenweise in eine Starre, in der ihr Gehirn mit dem Kollektivbewußtsein der Biochips kommuniziert. Eine Evolution des menschlichen Geistes und Körpers wird eingeleitet; bald gleichen die USA einem Niemandsland, in dem alles Leben in fremdartige Strukturen verwandelt worden ist, die sich gegen jeden Eindringling zur Wehr setzen.

 

Mein Eindruck

 

Die Horrorvision Bears wird aufgewogen durch seine atemberaubende Vision der neuen Bedingungen menschlicher Existenz: Ermöglicht durch die Symbiose mit den Biochips entsteht erstmals ein menschliches Kollektiv- oder Schwarmbewußtsein auf der Erde, das schließlich auch nach den Sternen greift.

 

 

16) Fritz Leiber: Versäum nicht den Zeppelin (Nebula 1975, Hugo 1976)

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Der Erzähler berichtet, was er bei einer Art Zeit-Rutsch erlebt hat, der ihn in den März 1937 versetzte. Allerdings geriet er dabei nicht ins New York seines Geschichtsverlauf, sondern in eine Art Parallelwelt, in der die geschichte einen Anderen Verlauf genommen hat. Zeppeline sind das bedeutendste Transportmittel für Leichtfrachten und Luxuspassagiere, und Deutschland – ohne Nazis – baut die besten und meisten. Einer davon, die „Ostwald“, macht gerade am Landemast des Empire State Buildings fest – ein Anblick, der unseren Chronisten mit Stolz erfüllt, ist er doch Verkaufsberater für die deutsche Luftfahrtgesellschaft der „Ostwald“.

 

Im Lift zur Spitze des Wolkenkratzers bemerkt der Deutschamerikaner einen semitisch aussehenden, dürren Menschen, duldet ihn aber großzügig. Im Turmrestaurant trifft unser Chronist seinen Sohn, der ihn liebevoll „Dolf“ anredet. Der Sohn ist Historiker und studiert an einer New Yorker Universität. Beim Essen erzählt er schier Unvorstellbares: Hätte Marie Sklodowska nicht Thomas Edison geheiratet, sondern Pierre Curie (um Marie Curie zu werden), hätte ihr Sohn Thomas nie die revolutionäre Leichtgewicht-Batterie erfunden, die die Luftschiffe, Fahrzeuge und sogar Schiffe antreibt. Die Welt wäre ein grauenhafter Ort voll Verbrennungsmotoren und ihren krebserregenden Abgasen geworden.

 

Aber es kommt noch schlimmer. Wäre im November 1918 General Foch nicht durch die deutsche Front gedrungen und wäre bis nach berlin durchgebrochen, sondern hätte es stattdessen einen Waffenstillstand gegeben, dann wäre der deutsche Panmilitarismus erwacht, um den abgebrochenen Waffengang wieder aufzunehmen. Dolf schaudert es. Als sein Sohn sogar einen zweiten amerikanischen Bürgerkrieg an die Wand malt, wird es ihm zuviel. Zum Glück schaut er auf die Uhr und sieht, dass sein Zeppelin in wenigen Minuten ablegt! Er muss dringend die Vorverträge für den amerikanischen Lizenzbau von Luftschiffen nach Deutschland bringen.

 

Doch da erfolgt ein mysteriöser Zeitrutsch, der ihn in ein Jahr 1937 versetzt, in dem die „Hindenburg“ verbrennt, weil sie mit Wasserstoff statt mit jenem unbrennbaren Helium gefüllt ist, das die Amerikaner den Deutschen vorenthalten haben. Und der semitisch aussehende Mensch grinst ihn unverschämt an, bevor er sagt, Herr Hitler solle sich doch bitte den Oberlippenbart abscheren…

 

Mein Eindruck

 

Das ist ja die reinste Schlingerpartie: von 1973 ins Jahr 1937 einer Parallelwelt, dann in das uns bekannte 1937 und schließlich wieder zurück nach 1973. Die Widerspiegelungen der Details liefern ironische Kommentare der einen Epoche auf die andere. Das technologische Utopia, das Adolf Hitler zunächst antrifft (und das sich auch Hugo Gernsback erträumte), verkehrt sich in einen Albtraum, den wir nur allzu gut aus der Historie kennen. Die Kritik ist deutlich.

 

Interessant sind die Knotenpunkte, die der Autor für den alternativen Geschichtsverlauf festlegt: 1) Die Heirat zwische Marie Sklodowska, der Radioaktivitäts-Wissenschaftlerin, und dem Elektrikspezialisten Thomas Alva Edison und die nachfolgende Erfindung der besten Batterie, die man sich nur vorstellen kann; 2) die Freigabe des texanischen Heliums an Deutschland gegen den Willen der Militärs; 3) die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund Woodrow Wilsons; 4) die politisch bestimmenden Kräfte in Deutschland sind Humanismus und Demokratie statt Extremismus usw.

 

Diese geschichtlichen Gedankenspiele kommentieren die meist bedauerliche Fehlentwicklung, die tatsächlich stattfand. Herausragende Beispiele sind etwa Ward Moores „Der große Süden“ und Philip K. Dicks „Das Orakel vom Berge“, aber auch Norman Spinrads „Der stählerne Traum“.

 

 

17) Philip José Farmer: Weitersegeln! Weitersegeln!

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Es ist ungefähr das späte 15., frühe 16. Jahrhundert in einer seltsamen Parallelwelt. Admiral Kolumbus segelt gen Westen, um von Spanien aus nach Cipangu (Japan) zu gelangen, da ja jeder weiß, dass die Welt eine Kugel ist. Ein irischer Mönsch, der dem alchimistischen Orden des Roger Bacon angehört, hält eine Funkverbindung mit seinem Bruder, der auf Gran Canaria mit ihm funkt. Leider gibt es jede Menge Störungen in der Verbindung, weil der blutrote leuchtende Mond noch nicht untergegangen ist.

 

Nach einem theoretischen Gespräch mit zwei Seeleuten über die Cherubim, die die Funkverbindung herstellen, werden am Morgen Riesenvögel gesichtet: ein sicheres Zeichen für die Nähe von Land, freuen sich die schon wochenlang segelnden Matrosen und lassen den Admiral hochleben. Doch dann stört ein merkwürdiges Geräusch die Freudenfeier. Es klingt, als würde eine riesige Saite angerissen. Der Lärm wird unerträglich, und so manche brave Teerjacke macht sich in die Hose. Umkehr ist unmöglich. Während der irische Rogerianer seinen Bruder in Gran Canaria verständigt, segeln Santa Maria, Pinta und Nina immer weiter an den Rand der unbekannten Gefahr…

 

Mein Eindruck

 

Parallelwelten mit einem alternativen Geschichtsverlauf waren nichts Neues, aber diese Story nimmt bereits das inzwischen weitaus berühmtere Werk „Ein Logesang für Leibowitz“ (1955-57) von Walter M. Miller vorweg, indem Farmer hier Religion und Wissenschaft nicht als Gegensatz präsentiert, sondern als wechselseitige Ergänzung. Wissenschaft und Technik werden einfach als Alchimie aufgefasst und mit religiösem Inventar wie etwa Engeln (Kurieren) erklärt. Erfindungen von Ketzern wie Roger Bacon und den Katharern (einmal wird Carcassonne erwähnt) sowie von einem Mann aus „Gotham“ sind keineswegs als Teufelswerk verbannt worden, sondern unter der Ägide der Rogerianer als nützliche Technik im Einsatz. Der Funker in Gran Canaria meldet sogar Luftballons der Türken vor Wien.

 

Soweit das irdische Inventar. Doch wie ist es um das kosmische bestellt? Der Mond ist blutrot und möglicherweise von den Portugiesen besetzt, denn diese funken den Spaniern um Kolumbus dazwischen. Am Schluss trifft die Flotte des Admirals auf ein mysteriöses Phänomen, das alles Mögliche sein könnte: der Rand der Weltenscheibe (siehe „Discworld“) oder ein Loch in eine Hohlwelt, wie etwa bei „Arthur Gordon Pym“ von Poe. Riesige weiße Vögel, die wie Albatrosse aussehen, stoßen allerdings nicht das unheilverkündende „Tekeli-li!“ aus, das wir aus Poes und Lovecrafts Erzählungen kennen.

 

Wer sich mit der phantastischen Literatur und der Religions- und Kulturgeschichte auskennt, findet in der Kurzgeschichte jede Menge Witze und humorvolle Anspielungen.

 

18) Roger Zelaznys: Die Türen seines Gesichts (Nebula 1965)

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Carl Davits ist der Ködermann. Der Köder, um den größten Fisch aller besiedelten Welten zu fangen: den Ichthyform Leviosaurus Levianthus, kurz: Ikky. Er kommt nur in den Tiefen der Venus-Ozeane vor. Schon viele haben versucht, das hundert Meter lange Riesenvieh zu fangen, doch alle scheiterten. Auch Carl hat dem Leviathan einmal ins Auge geblickt, kam aber mit dem Leben davon.

 

Diesmal wird er von seiner alten Flamme Jean Luharich engagiert, der ein Kosmetikkonzern gehört. Für entsprechend viel Publicity ist also gesorgt. Und dass Jean der Boss auf dem Fangschiff ist, geht Carl ziemlich gegen den Strich. Sie ist eine Abenteurerin, die das Risiko liebt. Und schon bei der ersten Tauchexpedition muss er ihr das Leben retten. Na, das kann ja heiter werden. Danach ist sie jedoch nicht mehr so kratzbürstig.

 

Nachdem das Fangschiff und seine Besatzung schwere Stürme überstanden haben, zeigt sich der Riesenfisch endlich, allerdings gerade in dem Moment, als Carl einen Köder, Ikkys mechanisierte Lieblingsspeise, an der Fangleine anbringt…

 

Mein Eindruck

 

„Wir alle sind Köder“ zitiert Carl Davits ein fiktives Buch, das er gelesen haben will. Tatsächlich geht es nur vordergründig um die „Moby-Dick“-Story, den größten Fisch des Universums zur Strecke zu bringen. In Wahrheit geht es darum, dass Carl und Jean wieder zusammenfinden. Doch die Story ist wie jede Hochseejagd mit Hindernissen gespickt und dadurch spannend bis zum Schluss. Beide müssen erst einen Narren aus sich machen, bis sie zueinander kommen. Und beide müssen Opfer bringen.

 

Dies ist der „Moby Dick“ unter Zelaznys wunderbaren frühen Novellen. Der kleine Mensch muss gegen den Leviathan selbst antreten. Dass Zelazny selbst Drehbuchautor war, schlägt sich in den dramatisch und szenisch beschriebenen Passagen wieder, ja manche Szene ist sogar wie ein Skript formuliert, komplett mit Anweisungen für den Gesichtsausdruck einer Figur. Dies und die Jagd passt zu der Publicity und dem unterschwelligen Wissen, dass alles davon irgendwie aufgezeichnet wird.

 

Doch die wahren Heldentaten finden außerhalb der Kamerareichweite statt: in der Tiefe des Ozeans. Denn dort lauert die Gefahr… Indirekt ist die Novelle (sie umfasst 46 Seiten) also auch eine Medienkritik, ermöglicht durch die Liebe. Hemingway, der zahlreiche Jägergeschichten zu Papier gebracht hat („Schnee am Kilimanjaro“), hätte es nicht besser formulieren können.

 

19) James Tiptree Jr., d.i. Alice Sheldon: Liebe ist der Plan, der Plan ist Tod (Nebula 1973)

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Der Ich-Erzähler ist ein Alien, eine Mischung aus Panzerechse und Spinne. Die ganze Story dreht sich um Überleben und Fortpflanzung, auf sehr ungewöhnliche Weise.

 

Unser junges Monster wird wie seine Geschwister von der veränderten Mutter plötzlich verstoßen. Wer nicht schnell davonläuft, wird von ihr gefressen. Vorbei sind die Tage, da sie Schutz und Nahrung bot. Unser Monster schafft es, diesem ersten Verrat zu entkommen. Doch der Plan ist groß, und so ist das stetig wachsende Monster mit effektiven Waffen und starkem Panzer ausgestattet. Das Überleben klappt, doch seine Artgenossen weisen es drohend fort.

 

Auf der Suche nach Gesellschaft stößt es eines Tages auf eine kleine rosa schimmernde Kreatur, die ständig „Lieliluu“ piept und gurrt.. Doch statt sie zu fressen, wickelt er sie ein, denn er hat sich in das Wesen verliebt. Damit er mit seinem Liebling überleben kann, zieht er in eine Höhle, die er mit Beute vollstopft.

 

Von einem alten, gebrechlichen Artgenossen hat er erfahren, was der Plan vorsieht. Dass nämlich die Artgenossen in dem kommenden harten Winter, der jährlich länger wird, einander jagen und fressen. Nur der Gierigste wird überleben. Der Plan mag zwar groß sein, doch unser Monster gedenkt, sich ihm zu widersetzen, denn es ist ja intelligent, und die Kälte des Winters macht dumm. Auf diese Weise, so hofft es, werde es zusammen mit seinem rötlichen Liebling den langen Winter überstehen, bis die Tage wieder länger werden.

 

Als es so aussieht, als sei der Plan überwunden worden, beginnt sich der kleine Liebling zu verlieben, und es kommt zu einer Paarung und Befruchtung. Auf eine geradezu unheimliche Weise verändert sich der Liebling. Und da er nun Junge zu versorgen hat, braucht er viel Nahrung…

 

Mein Eindruck

 

Wenn es je so etwas wie eine antike Tragödie für Aliens geben sollte, so ist dies sicherlich der Prototyp dafür. Unser Jüngling hofft, mit seiner Intelligenz dem Diktat des „Plans“ widerstehen zu können. Doch das Diktat der Liebe macht ihm einen dicken Strich durch die Rechnung, und so wird des Monsters Intelligenz ausgehebelt, um der Herrschaft des Plans, d.h. der Triebe und des Instinkt, wird zur Geltung zu verhelfen.

 

Die Story ist sowohl ironisch, weil unser junger Held allen Illusionen der Jugend von Größe und Intelligenz erliegt, als auch tragisch, weil die Herrschaft des Triebes jedes Lernen, Weiterdenken und die Entwicklung der Art verhindert. Es ist ein ewiger Kreislauf, aus dem es keine Chance auf Entkommen gibt. Das ist einer der Gründe, warum die Story zeitlos wirken kann und in ihrer Emotionalität und subjektiven Darstellung den Leser direkt anspricht.

 

20) William Gibson: Der mnemonische Johnny

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Diese erste Sprawl-Story Gibsons wurde mit Keanu Reeves in der Titelrolle (mehr schlecht als recht) verfilmt. Der Sprawl ist eigentlich ein Siedlungsbrei, hier bei Gibson handelt es sich aber um Besiedlung unter geodätischen Kuppeln, die nur Zwielicht durchlassen.-

 

Die Hauptfigur Johnny ist ein Datenkurier für die Unterwelt. Diesmal hat er in seinen implantierten Zusatzspeicher ein unbekanntes, offenbar geraubtes Programm eines Konzerns geladen, das der japanischen Untergrundorganisation Yakuza gehört. Das wusste er nicht. Als er den Mittelsmann ausschaltet, hilft ihm eine mit Stahlkrallen aufgerüstete Lady namens Molly Millions, im Zweikampf gegen den Killer der Yakuza zu überleben. -

 

Die Story „Chrom brennt“ ist besser, aber Johnny Mnemonic natürlich bekannter. Einer der wichtigen Texte des frühen Cyberpunk.

 

 

Die Übersetzung

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Da es aufgrund der Lizenzrechte kaum Neuübersetzungen in dieser Sammlung gibt, sind eine Vielzahl von Übersetzern vertreten. Ich kann ihnen keine generelle Verantwortung zuweisen. Aber ich kann den Leser auf ein paar Fehler und Ungereimtheiten hinweisen.

 

Auf Seite 19 findet sich der seltsame Ausdruck „Glocken und Pfeiftöne der modernen geräte“. Das ist eine Eins-zu-eins-Übertragung von „bells and whistles“, was simpel als „mit allen Schikanen“ besser übersetzt wäre (in Cliff Burns’ „Kifferwahn“).

 

Rätselhaft ist folgender Satz auf Seite 111: „Als er aufblickte, schüttelte sie ihren Kopf langsam nach vorn und zurück.“ Auch dies ist eine Eins-zu-eins-Übertragung von „shook her head to and fro“, was man wohl deutlicher mit „schüttelte sie ihren Kopf hin und her“ übersetzen sollte (in Varleys „Der Pusher“).

 

Auf Seite 356ff ist von einer mysteriösen „Liga der Nationen“ die Rede. Nie gehört? Ist uns auch besser als „Völkerbund“ bekannt. Gemeint ist die „League of Nations“, die US-Präsident Woodrow Wilson gründen wollte. Es handelt sich um keine Falschübersetzung, weil der Ausdruck „Liga der Nationen“ in einem alternativen Geschichtsverlauf Verwendung findet (in Fritz Leibers „Versäum nicht den Zeppelin!“).

 

Unterm Strich

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Zweifellos führt die Idee, nur solche Stories auszuwählen, die mit den höchsten Preisen ausgezeichnet wurden, zu einer sehr hohen Qualität der Erzählungen, die schon von vornherein wegen der Auszeichnungen die Anerkennung des Lesers hervorrufen. Aber es führt auch zu einem kunterbunten Durcheinander an Ideen, Stilen, Aussagen und Umfängen. Die längste Erzählung, von Zelazny, ist immerhin 46 Seiten lang.

 

Engagierte Autorinnen sind auffällig geballt vertreten: Ursula LeGuin, Connie Willis, C.J. Cherryh, James Tiptree Jr. (= Alice Sheldon) und Octavia Butler. Dies spricht für die Absicht des Herausgebers, das rebellische Potential der weiblichen Science Fiction vor Augen zu führen, das ab den siebziger Jahren die Herzen der Leser erfreute. Auch etliche ideenreiche Männer sind vertreten, darunter Brin, Spinrad, Varley, Leiber und so weiter. Manche haben schickes Zeug geschrieben (Brin, Spinrad), andere haben ihr kritisches Potential gut versteckt (Leiber).

 

Film-tie-ins

 

Weniger klar, aber aus Marketinggründen verständlich ist die Aufnahme von Stories, die als Filmvorlagen dienten. “Clarkes “Der Wachtposten” war die Keimzelle für Kubricks Film “2001 - Odyssee im Weltraum”. Philip Dicks Stroy “Die totale Erinnerung” inspirierte Paul Verhoevens Schlachtplatte namens “Total Recall”, und William Gibson lieferte mit “Johnny Mnemonic” die Vorlage für den gleichnamigen Cyberthriller mit Keanu Reaves. Allesamt zugkräftige Filmtitel.

 

Bitte mehr Klassiker

 

Aber das Auftreten von Cliff Burns ist damit nicht erklärlich. Gute Stories, sicher, aber hat es nicht bereits gute Stories vor 1953 gegeben? Man denke nur an Heinlein, van Vogt und Asimov. Inzwischen habe ich fast alle von Asimovs Anthologien mit den „Great Stories“ aus dem Golden Age der SF besprochen, die zwischen 1939 und 1944 erschienen. Teils erschienen diese Sammlungen bei Moewig als PLAYBOY-SF, teils bei Heyne.

 

Michael Matzer © 1997-2009ff

 

Info: Originalausgabe, Goldmann Verlag, München, 1997; 479 Seiten, diverse Übersetzer, ISBN 3-442-25029-3

 

Wörter: 6800

 

Pro: vielseitige Auswahl, ideenreich, viele weibliche Autoren, drei Filmvorlagen, kompetent übersetzt

 

Kontra: ungewöhnliche Auswahl mit wenig Plausibilität, zwei Übersetzungsfehler