Riven, die Fortsetzung von "Myst"
Fortsetzung der Puzzles
Myst war mit rund 3 Millionen verkauften Kopien eines der erfolgreichsten PC-Spiele, als es vor vier Jahren auf den Markt kam. Inzwischen hat der Bastei-Lübbe Verlag schön gebundene Buchversionen der ersten beiden Bücher von "Myst" auf den Markt gebracht. Was Myst so einen Erfolg werden ließ, waren nicht nur die grandiosen Grafiken und Landschaften, sondern auch das Konzept der verbindenden Bücher und die zuweilen äußerst kniffligen Rätsel. Alleine schon die Aufgabe, Hebel und Knöpfe in der richtigen Reihenfolge zu betätigen sowie eine korrekte Handlungsfolge zu initiieren, konnte einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Die Leute liebten es. Kann "Riven" diesen Erfolg fortsetzen?
Der Rezensent hatte das Privileg, vorab ein Lösungsbuch zu "Riven" zu lektorieren und einen tiefen Blick auf die Grafik und die Story werfen zu dürfen. Die Grafik ist umwerfend und photorealistisch ((bei Bedarf 2 Screenshots)), die Abenteuer und Rätsel wahrscheinlich noch kniffliger als in Myst - man muß nämlich ab und zu einfach raten. Aber wehe dem Spieler, der falsch handelt! Traurige Schicksale ereilen die Welt von Riven - der böse Zauberer Gehn ((nur 1 e!)) könnte triumphieren, Atrus und seine geliebte Frau Catherine sehen sich vielleicht nie wieder oder die Welt von Riven löst sich in Nichts auf. Man sehe sich also vor.
Die Story: Atrus hatte in "Myst" fünf Welten geschaffen, wovon Riven als Gefängnis für seinen Vater Gehn dient. Leider ist auch seine Frau Catherine von Gehn hier festgesetzt worden, und der Spieler soll sie auf Bitten von Atrus befreien, allerdings ohne daß Gehn aus Versehen freikommt. Um dies zu verhindern, bekommt der Spieler keine Rückfahrkarte, als Atrus ihm eines der Verbindungsbücher aushändigt, mit deren Hilfe man zwischen den Welten reisen kann. Auf Riven angekommen, wird dem Spieler das Buch gestohlen, und er muß es wiederbeschaffen. Die Mission ist also doch ein wenig schwieriger als gedacht. Zahlreiche Hinweise und Rätsel führen den Spieler über fünf Inseln zu den Zielen seiner Mission: Catherines Gefängnis, die Gefangennahme Gehns und schließlich die Befreiung der Welt durch das Öffnen eines "Sternenrisses" in einer Observatoriumskuppel.
Riven macht Spaß: Das Erkunden dieser unbekannten Welt erfolgt mit wackeligen Transportmitteln und auf Fahrten à la Indiana Jones. Anders als in "Myst" gibt es hier auch Menschen - mit fremder Kultur und Sprache -, die auf das Erscheinen des Spielers reagieren. Deshalb liegt das Schicksal dieser Leute dem Spieler wirklich am Herzen. Glaubhaft ist dies auch, weil die Welt Riven mit geradezu pedantischer Genauigkeit abgebildet wurde, dank der Bemühungen und des Starrsinns von Rand Miller - einer der Gründe, warum das Spiel ein Jahr später als angekündigt auf den Markt kommt. Die Musik stammt, wie in "Myst", von Robyn Miller.
"Riven" bricht nicht neue Bahnen für PC-Spiele, aber jeder, der "Myst" liebte und jeder, der es mag, neue faszinierende Welten mit einer Menge Rätsel zu erkunden, ist mit "Riven" hervorragend bedient.
Michael Matzer (c)1997ff
Info: Originaltitel: Riven - The Sequel to Myst; 11/97, ca. 90 Mark, für Windows 95;
www.gamespot.com, www.pcgamer.com