Starship Titanic - das Spiel zum Film?

von Douglas Adams

Nach langer Wartezeit ist es endlich soweit: Douglas Adams kehrt mit seiner phantastischen Welt auf den PC zurück und präsentiert mit "Starship Titanic" ein Grafik-Adventure, das auf einem seiner Bücher beruht. Das Buch ist meines Wissens noch nicht auf deutsch erhältlich, wohl aber auf englisch (ISBN 0-330-35446-9) - verfaßt von keinem Geringeren als "Monty Python" Terry Jones! Alle Figuren und das komplette Spiel-Design stammen vom Meister himself und wurden von einem Grafik-Team für den PC umgesetzt. "Starship Titanic" bietet eine Kombination von photorealistischen, vorberechneten Grafiken (schnelle Ladezeit) mit in Echtzeit berechneten (d.h. von der Prozessorstärke abhängigen) dreidimensionalen Umgebungen. Natürlich spielt Adams' Humor eine tragende Rolle.

Die Rahmenhandlung:

Im Herzen unserer Galaxis hat eine Zivilisation, von der wir bisher nichts wußten, den größten und schönsten Sternenkreuzer gebaut, den es je gegeben hat - die "Starship Titanic". Im Inneren majestätisch und luxuriös ausgestattet, ausgestattet, erinnert es an eine Mischung aus dem Ritz Hotel (eifrige Diener - mit Tücken), dem Chrysler-Gebäude in New York Art Deco), dem Grab des Tut-ench-Amun und dem Stadtbild von Venedig (Kanäle, Gondeln). Die "Starship Titanic" ist ein unübertroffenes Wunderwerk der Technik. Da kann nichts schiefgehen. Theoretisch. Denn es wurde gepfuscht und Geld unterschlagen - wie im richtigen Leben.

Kaum zu seiner Jungfernfahrt aufgebrochen, wird das Schiff Opfer eines SMEF (eines Spontanen Massiven Existenz-Fehlschlags), fliegt in den Hyperspace und verschwindet - nur um Sekunden später in Ihr (ja, Ihr!) Haus (oder Mietshaus) auf der Erde zu krachen.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch findet der Spieler einen Weg ins Innere und ist fasziniert. Doch als der Spieler gerade anfangen will, das eindrucksvolle Interieur zu bestaunen, setzt sich das Schiff in Bewegung uns startet in Richtung Weltraum. Aber keine Angst: Man sind nicht allein...

Die Besatzung besteht aus einer Vielzahl nicht richtig funktionierender Roboter und einem verwirrten Papagei. Der Spieler stellt erstaunt fest, daß er sich mit der Crew unterhalten kann. Dies wird ermöglicht durch eine Technik namens TrueTalk, die interaktive Steuerung des Spiels mit Hilfe von Wörtern und Sätzen. Der Spieler plaudert mit den Robotern und trifft zum Beispiel Fenice, den eingebildeten Portier, oder Nobby, den eingebildet kranken Liftboy. Man kann sich mit ihnen unterhalten, sie befragen und ihnen Befehle geben. Die Crew hört zu und antwortet - und wenn die Roboter wollen, hören sie sogar auf den Spieler. Manchmal.

Am Anfang ist man ein Passagier der 3. Klasse und innerhalb kürzester Zeit nimmt eine der mächtigsten Kräfte, die der Mensch kennt, Besitz von dem Spieler: der unstillbare Wunsch nach einer kostenlosen Umbuchung in eine höhere Klasse. Über die 2. Klasse arbeitet man sich langsam aber sicher in die erste Klasse vor, während einem immer mehr Räume des Schiffes zugänglich werden und sich sein Geheimnis mit jedem Schritt ein wenig mehr lüftet:

Was ist an Bord passiert? Welche schrecklichen Ereignisse haben sich am Abend vor dem Start an Bord der Starship Titanic zugetragen? Wer ist die geheimnisvolle Titania, deren Statuen über das ganze Schiff verteilt zu finden sind? Kann der Spieler die Reihe der immer bizarrer werdenden Rätsel lösen, die zentrale Intelligenz reparieren und zur Erde zurückkehren, bevor der Papagei ihn endgültig in den Wahnsinn treibt? Um Erfolg zu haben, muß der Spieler das Vertrauen der (relativ verrückten) Roboter gewinnen - durch Reden.

Die Rätsel in diesem Spiel sind gut gemacht und bereiten ordentlich Kopfzerbrechen. Leider braucht es für gute Unterhaltung ein wenig mehr - es gibt keine richtigen Abenteuer, die Story entwickelt sich nicht weiter, und es gibt nicht genügend Figuren. Außerdem spielt der "revolutionäre" neue Sprach-Erkennungsmechanismus manchmal selbst verrückt.

Michael Matzer ©1998ff

Hersteller: Simon & Schuster; Preis: 69,90 DM; erfordert Pentium über 133 MHz, 16 MB RAM und Win95, 160 MByte Festplattenplatz, Grafik- & Soundkarte kompatibel mit DirectX 5.0-Treibern; Info: www.starshiptitanic.com , www.simonsays.com; www.pcgamer.com .

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