Tuaregkrieger zwischen den Sternen

C.J. Cherryh: Die sterbenden Sonnen

Mit dem "Sterbende-Sonnen"-Zyklus schuf die unglaublich produktive Autorin Caroline Janice Cherryh (www.cherryh.com) eines der ersten zusammenhängenden Panoramen in ihrem eigenen Universum, das aus den Machtsphären von Union, Allianz und Erde besteht. Und dann sind da noch die zahlreichen Alien-Spezies. Zu ihren bekanntesten Romanen aus dem Union-Allianz-Universum gehören "Downbelow Station" (1981), die Cyteen-Trilogie (1988) und "Rimrunners" (dt. als "Yeager"; 1989). Ihr neuester SF-Roman ist noch nicht ins Deutsche übersetzt worden: "Finity's End" (1997).

Handlung

Die Regul sind die mächtigsten Handelsherren der Galaxis. Leichtsinn gehört nicht zu ihren hervorstechenden Eigenschaften, aber irgendwie scheinen sie diese junge Rasse, mit der sie einen Krieg angezettelt haben, unterschätzt zu haben: die Menschen.

Die Regul kämpfen nie selbst. Sie können sich die besten Söldner leisten: die interstellare Söldnerrasse der Mri (in "Kesrith"), die Kel'en, zielstrebige und erbarmungslose Killer, deren strenger Ehrenkodex nur den Tod im Kampf oder durch Selbsttötung zuläßt.

Welt um Welt wird umkämpft und das Blut Unschuldiger vergossen. Erst als Sten Duncan, ObTak, ein terrestrischer Einzelkämpfer und Spezialist für lebensfeindliche Planeten, einen der führenden Mri persönlich kennenlernt und sein Vertrauen gewinnt, besteht die Chance, das sinnlose Töten zu beenden. Aber der Weg zum Frieden erweist sich als lang, hart und entbehrungsreich, denn die Regul sehen plötzlich in den Menschen eine Möglichkeit, sich einen alten, aber gefährlichen Verbündeten vom Halse zu schaffen...

Fazit

Cherryh ist von Haus aus Anthropologin und daher mit den Bräuchen und Sitten aller möglichen Völker und Stämme vertraut. Es fällt ihr nicht schwer, entsprechend authentisch anmutende Charaktere völlig fremdartiger Aliens zu erschaffen und den Leser dazu zu bringen, sich mit deren Ansichten über Moral und Ethik auseinanderzusetzen.

Die Trilogie um Sten Duncan ragt in ihrer Farbigkeit und in ihrer Aussage über die anderen Union-Allianz-Romane hinaus. Die Autorin demonstriert, daß es einen Weg zum Frieden selbst zwischen schlimmsten Todfeinden geben kann - wenn die Umstände es erlauben und sich die Beteiligten beider Seiten wirklich dafür einsetzen, dieses Ziel zu erreichen. Es mag manchem Leser schwerfallen, sich mit den Mri, die an Tuareg erinnern, anzufreunden. Und es fällt zuweilen schwer, all die fremdartigen Namen auszusprechen, geschweige denn sie sich zu merken. Cherryh ist keine anspruchslose Autorin. Doch wer sich die Mühe macht, sich auf diese fremden Welten einzulassen, wird mit einem seltenen, spannenden Lesevergnügen belohnt.

Michael Matzer © 1998ff

Info: The Faded Sun - Kesrith/ - Shon'jir/ - Kutath, 1978-79; Heyne 1991, Nr. 06/4763, München; 937 Seiten, DM 19,80, aus dem US-Englischen übertragen von Thomas Schichtel, ISBN 3-453-?

 

www.matzer.de/SFF/
www.carpe.com/buch/