Lords of Magic
Aus der Softwareschmiede von "Lord of the Realm" kommt auch dieses Strategiespiel mit Fantasy im Stile von Tolkiens "Herr der Ringe". Die hohe Qualität des Spiels wird erzielt durch eine komplexe Welt, hervorragende 3D-Grafik und schöne Soundeffekte. Die Treiber dafür liefert Microsofts System DirectX 5.0, wie im kommenden Windows 98. Vielleicht war dies auch der Grund, warum mein PC nach der DirectX-Installation nicht mehr richtig bootete. Jedenfalls benötigt man für guten Spielgenuß den neuesten Patch, z.B. von der Website. Ansonsten enntäuscht das Spiel mit logischen und technischen Fehlern.
Eine kinomäßige Einführung teilt dem Spieler mit, daß Balkoth, der Erzdämon des Todes, mit seinen Horden im Lande Urak eingefallen sei, um dessen stolze Nationen zu unterjochen. Als ein Nationenchef ist es des Spielers Aufgabe, Balkoth zu besiegen, entweder allein oder mit Hilfe von Verbündeten. Man darf aus jeder der acht Nationen eine aussuchen und sie als Magier, Krieger oder Dieb führen. Zu jeder Nation gehört ein Großer Tempel, der schließlich befreit werden muß, bevor man sich Balkoth stellen kann. Vor dem Großen Tempel stehen die Heeresaufstellung, die Ausbeutung von Bodenschätzen usw., kurz: strategische Aktivitäten. Es gibt ein merkwürdiges System des Handelns bzw. der Diplomatie, doch das System hat derartig viele Schlupflöcher, daß es nutzlos wirkt. So kann man z.B. Balkoths Champions abwerben, aber keine "befreundeten Stäme" anwerben wie in "Civilization II". Wie soll aber ein Feind wie Balkoth überwunden werden, wenn es so schwer ist, Bündnisse zu schließen?
Da auch die Feinde ihre Anführer haben, gibt es auch genügend Gelegenheiten zum direkten Zweikampf. Dies ist keine reine Freude, da zunächst die Kampf-Berechnungsroutine geladen wird und dann der Hauptbildschirm neu aufgebaut wird. Jetzt läßt sich entweder manuell oder automatisch gesteuert kämpfen. Dies Ergebnisse beim automatisch erledigten Kämpfen sind besser - das vor dem ganzen Laden veranlassen zu können, wäre besser.
Weil aber alle Rekrutierungsarbeiten nicht aus einer Stadt heraus, sondern nur vor Ort zu erledigen sind, ist der Anführer/Spieler ständig unterwegs - wie der popeligste Soldat. Die Schlachten stellen sich als echte Mühsal mit dem Handhaben der Truppen heraus, besonders mit den Magiern. Die Probleme erscheinen lösbar, aber momentan ist das Spiel vor allem Show und Mühsal.
Michael Matzer (c)1998ff
Info: empf. PC-Konfiguration mit Win95 ab 166 MHz, 32 MB RAM und 200 MB Festplatte, netzwerkfähig, Straßenpreis ca. 120 Mark, Info: www.sierra.de, www.gamespot.com.