Insekten unter Quarantäne
C.J. Cherryh: Der Biß der Schlange
"Serpent's Reach" gehört zu den frühesten Romanen Cherryhs, die im Union-Allianz-Universum spielen. Es ist ein rasanter Thriller.
Handlung
Die Region der Hydra, der Wasserschlange, ist ein absolut unzugänglicher - sprich: verbotener - Sternsektor der erdnahen Galaxis. Er wird von den Majat, einer intelligenten Insektenspezies, beherrscht, die in ihrer Unberechenbarkeit und Aggressivität tödliche Gefahren birgt. Daher wurde diese Region für Siedler gesperrt, ihre Grenzen werden bewacht.
Trotzdem hat es vor langer Zeit Menschen gegeben, die in das Gebiet vordrangen und es fertiggebracht haben, mit den Majat zusammenzuleben. Das Vertrauen der Majat-Schwärme zu gewinnen, war aber nur möglich, indem sie einen Großteil ihres Menschseins preisgaben. Raen, eine letzte Überlebende der Sul-Familie, weiß, daß es diesseits wie jenseits der Grenzen zur Schlangenregion Kräfte gibt, denen das Tabu ein Dorn im Auge ist und die sich an den märchenhaften Schätzen und Ressourcen der Region bereichern wollen. Aber sie weiß aus eigener Erfahrung, das der "Biß der Schlange" für die menschliche Zivilisation tödlich wäre.
Fazit
Der von der Insektenrasse beherrschte Planet der Majat ist ein ungewöhnlicher Schauplatz für einen Cherryh-Roman. Nur die Chanur-Romane sowie "Weltenjäger" weisen ähnlich fremdartige Kulturen auf. Die Welt ist sehr detailliert und einfallsreich entworfen, bis zu einem eigens dafür erfundenen Spiel. Darin eingebettet spinnt die Autorin ein Garn, das einem Rachefeldzug und Thriller sehr nahe kommt. Spannend und unterhaltsam, aber komplex wie üblich bei Cherryh.
Michael Matzer © 2000ff
Info: Serpent's Reach, 1980; Heyne 1984, Nr. 06/4081, München; 383 Seiten, DM 7,80, aus dem US-Englischen übertragen von Thomas Schlück; ISBN 3-453-31044-6